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Gürtelnightwalk XIV Samstag, 27.8.2011
Lokale wie das B72, das CHELSEA und das RHIZ hatten sich im Rahmen des von der EU co-finanzierten Programms „Urban Gürtel Plus“ in revitalisierten Stadtbahnbögen angesiedelt und lieferten rasch kräftige Impulse für eine neue Wiener Musikszene, die massiv dazu beitrugen, das Klischeebild vom Gürtel als tristes Rotlichtgebiet schnell vergessen zu machen. Das CHELSEA als „Platzhirsch“ führte seine an einem anderen Standort begonnene, in der Wiener Punk- und New Wave-Aufbruchszeit verankerte musikalische Indie-Kultur mit Livebands und Dj/Djane-Programm fort, und entwickelte sich am Gürtel zusätzlich zu einem Fixpunkt einer neuen Art der Fussball-Fankultur, war so etwa während der Fussball-EM 2008 eine Anlaufstelle für Fussballfans aus ganz Europa. Das RHIZ richtete anfangs einen starken Focus auf elektronischer Musik, samt assoziertem Tonträger-Label setzte es hier starke Akzente, veränderte dabei in den letzten Jahren seine Programmpolitik hin zu einer genreübergreifenden Anlaufstelle für avancierte Musik-Enwürfe, die sich herkömmlichen Genrezuschreibungen entziehen. Das RHIZ ermöglichte mit der Durchführung von durch heimische MusikerInnen „kuratierten“ Veranstaltungsreihen ungewöhnliche, zukunfstweisende kreative Begegnungen zwischen U- und E-Musik, zwischen Improvisationszene, „Jazz“, „Avantgarde“ und „Elektronik“, eine erste Adresse für weitragende musikalische Abenteuer. Das B72 wiederum entwickelte in einem ähnlichen Umfeld wie RHIZ und CHELSEA einen eigenen Charakter, positionierte sich dabei aktuell zusehends als „Heimat“ jüngerer, nachdrängender Bands und musikalischer Zusammenhänge.
So ist der Gürtel Nightwalk 2011 selbst längst ein Fixeintrag im Wiener Kulturkalender, von konstanter Anziehungskraft für Publikum und KünstlerInnen, der Jahr für Jahr die unterschiedlichsten Bedürfnisse von reiner Neugier („Gürtel schauen“) bis zu reflektiert und kenntnisreich ausgewähltem Kulturgenuss zu befriedigen weiß. Zum Glück erhalten die InitatorInnen und GastgeberInnen des Gürtel Nightwalk, Nurten Yilmaz, Heinz Vettermann und Kurt Stürzenbecher – die vorm Cafe Carina mit einer Lesung traditionell auch künstlerisch zum Nightwalk beitragen – wie schon 2010 wieder tätige Unterstützung bei ihren Pflichten als Gastgeberinnen. Das „Gürteltier“, vom Wiener Künstler Herrn Tomtschek (H.A.P.P.Y.) eigens geschaffenes Maskottchen des Gürtel Nightwalk hilft ihnen beim „Walken“ zu und zwischen den zahlreichen Stationen des Gürtel Nightwalk XIV. |